In der Garderobe beim Stiefelschnüren. 1943. Aquarell und Bleistift auf Bütten. 77,8 x 58cm.


Dame beim Schminken. 1934. Aquarell auf Fabriano. 66 x 48,5cm.


Anemierdame. 1938. Öl auf Leinwand. 116 x 75,5cm.


Paul Kleinschmidt

1883 - 1949

„Die Realität steigern, koste es, was es wolle.“

Paul Kleinschmidt, 2. September 1945

Paul Kleinschmidt, 1883 in Bublitz in Pommern geboren, war ein deutscher Maler und Graphiker zu Zeiten des Expressionismus, jedoch mit eigener, unverwechselbarer Handschrift.

Als er ab 1902 die Kunstakademie in Berlin besuchte und dort bei Historienmaler Anton von Werner studierte, begegnete er u.a. Lovis Corinth. Zwei Jahre später wechselte er an die Kunstakademie in München und studierte bei Heinrich von Zügel und Peter Halm. Sowohl 1909, als auch 1911 nahm er an den Ausstellungen der Berliner Sezession teil.

Seine erste Einzelausstellung  hatte Kleinschmidt 1923 im Euphorion-Verlag in Berlin, 1925 die zweite in der Galerie Gurlitt, ebenfalls in Berlin. Als erster wichtiger Sammler "entdeckte" 1927 Wilhelm Bilger aus Ulm Paul Kleinschmidt. In der Folgezeit entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den Familien und eine wichtige Schaffensphase von Paul Kleinschmidt in und um Ulm herum wurde so gefördert. Er fand in dem Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek in Berlin, Curt Glaser, und dem Kunstkritiker Julius Meier-Graefe seine Fürsprecher, letzterer vermittelte ihm auch seinen bedeutendsten Mäzen, den New Yorker Sammler Erich Cohn. 1933-34 wurden seine Werke erstmals in den USA ausgestellt, im Art Institute in Chicago und im Museum of Art in Philadelphia. 1937 wurden einige seiner Werke  auf der Münchener Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Das Regime nahm Anstoß an Kleinschmidts dominierendem Motiv, dem üppigen und sinnlichen Frauentypus, den er in pastoser Malweise stets im Milieu rund um Bar, Café und Varieté verortete. Aber nicht nur das Berliner Nachtleben der 20er Jahre beeinflusste Kleinschmidt, auch seine Kindheit im Wanderzirkus ließ ihn die schillernden  Diven huldigen. Selbst das für ihn herrschende Malverbot konnte ihn nicht von der Weiterarbeit abbringen. Sein gesamter Besitz und viele seiner Werke wurden 1945 durch einen Bombenangriff zerstört. 1949 starb er in Bensheim.